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Wǔ Dé (武德)

Wǔ Dé (武德) — Die Tugenden der Kampfkünste

(Wǔ (武) »Krieg, Kampf«, Dé (德) »Moral«)

Wu De

Im Sinne einer angenehmen Trainingsatmosphäre ist uns ein harmonisches Miteinander wichtig, und im Rahmen der ganzheitlichen Ausbildung im Qi Xing Tang Lang Quan ist auch die Wǔ Dé Teil des traditionellen Unterrichts.

Wǔ Dé bezeichnet die Tugenden der Kampfkunst (die Moral der Kampfkunst). Es werden 13 Tugenden in drei Teilen unterschieden: fünf Tugenden des Handelns, fünf Tugenden des Geistes und die drei erwarteten Tugenden.

Die Tugenden des Handelns

  • 谦虚 Qiān Xū – Demut (Bescheidenheit, Zurückhaltung)
  • 尊敬 Zūn Jìng – Achtung (Respekt)
  • 正义 Zhèng Yì – Rechtschaffenheit (Gerechtigkeit)
  • 信用 Xìn Yòng – Vertrauen (Glaubwürdigkeit)
  • 忠诚 Zhōng Chéng – Loyalität (Treue, Gehorsam)

Die Tugenden des Handelns beziehen sich auf das soziale Verhalten generell, sowie die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler, Mitschülern, anderen Kampfkünstlern und der generellen Öffentlichkeit gegenüber.

Traditionell wurden nur diejenigen Schüler*innen unterrichtet, die versuchen, diesen Tugenden zu entsprechen, weil die Kampfkunst ohne die Wahrung der Tugenden missbraucht und dazu benutzt werden könnte, unschuldige Menschen zu verletzen. Deshalb beobachtete der Lehrer seine angehenden Schüler*innen über einen langen Zeitraum bis er sich sicher war, dass sie seinen Maßstäben entsprechen. Erst dann ließ er sie zum seriösen, fortgeschrittenen Training zu.

Auch heutzutage behalten wir uns das Recht vor, zukünftige oder bereits aufgenommene Schüler*innen vom Training auszuschließen, wenn sie den Anforderungen an die Wu De nicht entsprechen. Bei den Kindern sehen wir es als unsere Aufgabe im traditionellen Kung-Fu-Unterricht, die Inhalte an die Kinder weiterzugeben und ihnen einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Kampffertigkeiten beizubringen.

Die Tugenden des Geistes

  • 意志 Yì Zhì – Wille (Ratio, Nachdenken, Überlegen)
  • 忍耐 Rĕn Nài – Ausdauer (Durchhaltewille)
  • 毅力 Yì Lì – Beharrlichkeit (Hartnäckig, unbeirrbar)
  • 耐心 Nài Xīn – Geduld (Nachsicht)
  • 勇敢 Yŏng Găn – Mut (Tapferkeit, Kühnheit)

Die Tugenden des Geistes beziehen sich auf das innere Wesen der Schüler*innen zu sich selbst. Diese Tugenden sollen die Trainierenden für sich beherzigen und bilden die Trainingsphilosophie aller Kampfkünstler*innen.

Auch für uns ist es wichtig, unsere Schüler*innen darin zu bestärken und zu fördern. Gerade weil die Kampfkünste so viele verschiedene Aspekte und Elemente beinhalten und es einiges an Zeit braucht, um den Weg im Qi Xing Tang Lang Quan zu gehen, sehen wir Trainer es als unsere Aufgabe – nicht nur beim Kindertraining – auf unsere Schüler*innen möglichst individuell einzugehen und ihnen Aufgaben und Zwischenziele zu geben, die sie fordern, aber nicht überfordern. Die richtige Ansprache und Motivation und natürlich das Vorleben der Tugenden wie u. a. Geduld und Durchhaltewille sind für uns maßgeblich.

Die erwarteten Tugenden

  • 慈悲 Cí Bei – Barmherzigkeit (Mitgefühl)
  • 自制 Zì Zhì – Selbstbeherrschung (Selbstständigkeit)
  • 谦虚 Qian Xu – Bescheidenheit (Demut, Zurückhaltung)

Sich an den Tugenden des Geistes und denen des Handelns zu orientieren und das eigene Leben daran auszurichten, soll die Kampfkünstler*innen letztlich in ihrem Charakter formen und somit gewährleisten, dass mit der erlernten Befähigung zum Kampf eine verantwortliche Ausübung und Anwendung sichergestellt ist. So sollen die Tugenden des Handelns und des Geistes dazu führen, dass in den Kampfkünstler*innen das Mitgefühl zu anderen und die Selbstbeherrschung gestärkt werden und man sich in Bescheidenheit bei der Anwendung der Kampfkunst zurückhält.